Die Schokoladenseite von Berlin

Ich freue mich sehr, dass der Tagesspiegel mein Buch „Das süße Berlin“ kürzlich empfohlen hat. In dem Text heißt es: „Berlin ist ein Dorado für Süßmäuler. Jetzt ist ein Buch erschienen, das mit guten Tipps hilft, Liebhaber von Schokolade bei Laune zu halten, bekanntlich ist Schokolade ja die beste Medizin. Die frühere Schauspielerin Natascha Kespy bietet sie in einer alten Gründerzeit-Apotheke an, die „Winterfeldt Schokoladen“ heißt. Wer die süßen Sünden um Gesundes ergänzen will, kann nebenan eine Runde über den Winterfeldt-Markt einlegen. Man kann aber auch gleich zu Pralinen mit Roter Beete, Heu oder wildem Wacholder greifen. Die gibt es bei der Schokoladen-Künstlerin Kristiane Kegelmann in der Manufaktur „pars pralinen“.

Wie gut, dass die Lektüre garantiert kalorienfrei ist. Und dass man mehr über die Menschen erfährt. Hinter der Konditorei Damaskus etwa steht Tamim al-Sakka, der 2014 als Flüchtling kam. Daheim besaß er eine Fabrik und 25 Geschäfte. Nach dem deutschen Sprachkurs legte der gelernte Konditor erneut los – und hat inzwischen in Berlin drei Standorte. Dass die Deutschen lieber weniger Fett und Zucker im Gebäck haben, hat er nebenbei gelernt und sich neue Rezeptvarianten einfallen lassen.

Die Schriftstellerin Tanja Dückers ist bekennender Schokoholic und hat vor vier Jahren die Schokoladenmarke „Preussisch Süß – Berliner Stadtteilschokolade“ erfunden. Wer die Schokoladenseite Berlins erkunden will, habe die Auswahl unter schätzungsweise 9000 Cafés, heißt es im Einband. Das ist eine Entschuldigung dafür, dass nur eine Auswahl vorgestellt werden kann, zumal ja immer etwas Neues dazu kommt, wie die hier unerwähnte hübsche Sawade-Dependance im ehemaligen Salon von Udo Walz.

Dafür ist die Bandbreite zwischen japanischen Leckereien, starken Tigertörtchen und veganer Schwarzwälder Kirschtorte groß. Man muss nicht nach Bullerbü reisen für den Süßkram des Herzens. Himbeerboote und Lakritz-Teufel gibt es auch bei „Herr Nilsson GODIS“. Wobei auffällt, dass das Eisteufelchen fehlt. Aber das Buch hat nun einmal nur 271 Seiten, und eine Bibliographie gibt es als Sahnehäubchen oben drauf. Es eignet sich gut als Anlock-Geschenk für auswärtige Naschkatzen. (Elisabeth Binder)“